Peugeot 3008 GT

Der Löwe beißt sich durch

Was ein Glück: Mitten im total verregneten April erwischten wir für unseren Ausflug mit dem neuen Peugeot 3008 von Hamburg zur dänischen Nordseeküste das perfekte Wetter. Trotz Sturmwarnung für den Norden zeigte die Sonne ihr schönstes Strahlen. Nach einer Pause inklusive Smørebrød in Ribe, Dänemarks ältester Stadt, führt uns der Weg weiter Richtung Norden. Wenn die Sonne sich schon mal zeigt: Wir wollen an den Strand!

 

Die dänischen Wälder sind nicht immer dunkel wie im Kriminalroman, vor allem nicht, wenn man mit dem 3008 in exklusiver Zweifarbenlackierung, genannt „coupe franche“, um die Ecke kommt. Ein leuchtendes Copper braun vorne und schwarz am Heck, schräg abgesetzt - ein absoluter Hingucker.

 

Jawohl Herr Major! Da wo sich sonst nur Panzer durchwühlen, wagten wir den Extremeinsatz. Loser, tiefer Sand, eigentlich ist hier für die meisten Autos Schluss und ohne Allrad wagt man sich in diesen Panzer-Sandkasten nicht hinein. Besser nicht! Aber furchtlos und etwas naiv ignorierten wir alle Warnhinweise und erkundeten das Gebiet. Mit etwas Schwung und auch einer Portion Glück gelangten wir dann wieder auf befestigte Straßen. Das war wohl auch besser so, hätten wir uns festgefahren … call 0800-Bergepanzer?

 

Als  wir für ein Foto aus luftiger Höhe die meterhohe Dünenlandschaft in der Nähe von Hvide Sande erklammen wurden wir zwar fast umgeweht, doch unsere Freunde darüber endlich etwas Sonne zu tanken und das auch noch in dieser grandiosen Umgebung überwog eindeutig der windigen Verhältnisse.

 

Captain-Future-Wohlfühlambiente: Sehr bequeme AGR-Massagesitze und ein futuristisches Cockpit im Innenraum.

 

Angelrute ausgepackt und die untergehende Sonne genießen. Den sanft wogenden Wellen und dem Wind lauschen, ein paar Muscheln sammeln, hach ist das romantisch! Und dann … Action! Das Gaspedal durchtreten, ab durch die Wassermassen rauschen und den anderen Strandbesuchern mal zeigen, was wahre Gefühle sind! Adrenalin und die Glückshormone strömen!

 


Audi S8 plus

Sportwagen im Business-Anzug

Der S8 hat ganz schön Dampf: 605 PS und 4.0 Liter. Von 0 auf Tempo 100 braucht er nur 3,8 Sek.


Volkswagen Golf GTI Clubsport

Für Männer, die immer noch Jungs sind

So könnte diesmal der Original VW Pressetext lauten. Beim 5er GTI hieß es ja noch "für Jungs die, damals schon Männer waren" und, was stimmt jetzt? Beides! Denn der GTI ist immer noch die Spaßmaschine, die er seit 1976 ist. Natürlich auf einem höheren Level, aber immer noch der Klassenprimus in seiner Kategorie. Unterwegs im mittlerweile ausverkauften Club Sport von 2016 mit 265 PS und DSG, hatten wir die Gelegenheit den Volkssportler mal einen Tag lang so richtig auf Herz und Nieren zu testen...

Für die, die das letzte Mal in einem Golf saßen, als sie den Führerschein gemacht haben, sei gesagt,  ja man kann den Golf immer noch als solchen erkennen wie zum Beispiel an der breiten C Säule, dem roten Streifen am Kühlergrill, und den praktischen Details, die ihn im Alltag so umgänglich machen. Geändert hat sich auch an der Spaßformel des Clubsports nichts, kurzes Auto, zackiges Fahrwerk, direkte Lenkung und mit knapp 300 PS (Boost Funktion) nichts. Dagegen wirkt so manche „dicke Limo“ träge und behäbig. Aber das war ja schon immer die Parade-Disziplin eines GTIs. Der Sprint von 0-100 vergeht in 5,9 sec (DSG), das ist ganz ordentlich für „ohne“ Allrad, begleitet wird das Ganze von einer leicht krawalligen Soundkulisse, zumindest im Sport Modus. So soll es sein, sonst ist er ja Lammfromm, und kein Nachbar mit Gartenzwergsammelzwang wird sich morgens beschweren. Gefallen hat uns der Clubsport extrem gut, da wir schon immer Freunde des „Klein und Spaßig“ Konzepts waren. Der Preis gefiel dafür leider nicht mehr ganz so gut, denn unser GTI kostete bereits 51.266 € mit voller Hütte (Basis ab ca. 43.500€). Doch im Vergleich zu der allgemeinen Preisentwicklung bei Autos muss man im zugestehen, dass gut 40 K für ein Auto dieser Klasse und Güte absolut in Ordnung geht. Ein Porsche kostet ja auch keine 30.000 DM mehr.

 

Die Quintessenz ist, der GTI kann alles, was ein „normaler „Golf kann, 5 Personen gemütlich von A nach B transportieren, und wenn vier ausgeladen sind, kann man dem Clubsport richtig die Sporen geben, das phantastische DSG durchladen und dem Auspuffsound genießen. Der Clubsport ist ein würdiger Nachfahre des legendären Pirelli GTIs.

 


Mit dem Peugeot 208 auf den Spuren der Rallye Monte Carlo

Das Glück liegt in der nächsten Kurve

Inspiriert durch das vor kurzem erschienene Magazin CURVES „Route des Grandes Alpes“ von Stefan Bogner machten wir uns auf nach Südfrankreich. Eigentlich sollte die Tour ganz wie zu Beginn von Walter Röhrls Karriere stilecht im Redaktions-Fahrzeug, einem Opel Commodore GS/E, abgefahren werden. Doch kurz vor der Tour bockte der 160-PS-Einspritzer plötzlich. Kurzfristiges Umdisponieren war jetzt gefragt...

 

Schade eigentlich, denn die 160 Pferde hätten eine Menge Freude auf der kurvenreichen Strecke versprochen. Unser Fotograf Marcus wollte schon immer mal mit einer Citroen DS durch Frankreich reisen. Warum also nicht etwas Französisches? Ein Anruf bei PSA in Köln brachte leider nicht das gewünschte, zugegeben etwas zu euphorische, Erlebnis einer Tour in Marcus‘ Traumwagen. Auch dem in die Jahre gekommen Museums-DS möchte man die vielen Kilometer nicht mehr zumuten. Alternativ könnten wir aber einen Peugeot 208 haben. Einen Kleinwagen? Während ich noch am Überlegen war, ob ich nicht doch den Commodore wieder startklar machen könnte, sagte Marcus der PSA-Presseabteilung spontan zu.
Da stand er nun, ein Peugeot 208 in knalligem orange-metallic auf 17-Zoll-Winterreifen. Richtig, wir wollen ja in die Berge. Auch die Motorisierung war für unser Vorhaben angemessen: 156 PS bringt der 1.6-Liter-Turbobenziner auf die Vorderachse. Sogar das Drehmoment von 240 Nm entspricht dem des Commodore. Warum also nicht, schließlich bietet die Peugeot-Rennsportabteilung mit dem 208 R2 auch den Einstieg in den Rallye-Sport.

Entspannt machen wir uns auf den Weg Richtung Frankreich. Es ist Mitte Oktober und der Provence-Himmel zeigt ein strahlendes Blau. Wir haben Glück: Das perfekte Wetter für unsere Fotoreportage.
Unsere Streckenführung führt von Hamburg über Köln nach Grenoble, wo wir am späten Abend im Hotel einchecken, um am nächsten Morgen gut ausgeruht zum ersten Point of Interest aufzubrechen. Nach fünf Stunden Fahrt erreichen wir am Nachmittag die atemberaubende Schlucht von Aiglun. Zuerst erwartet uns eine Brücke über den Fluss, danach folgen zwei Tunnel hintereinander. Die Straße ist einspurig, links die überhängende Felswand, rechts geht es mehrere hundert Meter in die Tiefe. Zwischen den beiden Tunneln halten wir für das obligatorische Foto. Während ich am liebsten schnell durchgebrettert wäre, sucht Marcus in aller Ruhe nach dem perfekten Winkel für das Foto. Und wie es natürlich kommen musste, fährt uns eine Mercedes G-Klasse entgegen. Spätestens jetzt weiß ich die Rückfahrkamera zu schätzen. Also einmal rückwärts durch den Tunnel und auf der Kehre zwischen Brücke und Unterführung den Gegenverkehr durchlassen. Ein paar Schweißperlen später sind die Fotos im Kasten und wir können ins Tal und Richtung Nizza rollen. Am nächsten Tag geht es zum Col de Turini, dem Highlight der Rallye Monte Carlo.
Auf das französische Frühstück im Hotel verzichten wir bewusst und versorgen uns lieber in Boulangerie und Patisserie mit reichlich lokalen Spezialitäten. Bei einer Brotzeit in den Bergen kann man anschließend bei herrlichstem Sonnenschein die Route studieren und sich auf die letzten Kilometer vor dem immer steiler werdenden Anstieg zum Pass konzentrieren.
Die Passhöhe des Col de Turini liegt im Département Alpes-Maritimes auf einer Höhe von 1607 Metern. Hierhin führt jährlich eine Etappe der Rallye Monte Carlo, sie wird ehrfürchtig als „Nacht der langen Messer“ bezeichnet. Die Gegend wirkt zu dieser Jahreszeit fast menschenleer. Kaum Touristen. Das Hotel auf dem Gipfel wirkt gespenstisch verlassen. In einem verwitterten Holzrahmen kleben hinter Glas Fotos mit den Rallye-Ereignissen der letzten Jahre. Hier steigt sie also, die große Rallye-Party, aber erst im Winter.

 

Wir fahren noch ein wenig weiter bergauf auf knapp 1800 Meter - wegen der wunderschönen Aussicht. In diesem Moment muss ich an ein Interview mit Walter Röhrl denken, das ich einige Tage vor der Reise im Netz gesehen habe, indem er sagte: „Vor zwei Jahren bin ich im Sommer mit nach Monte Carlo gefahren. Da fuhren wir mit einer Reisegruppe über die Prüfungen, blieben immer wieder stehen und stiegen aus. Ich erzählte dann von meinen Erlebnissen. Da habe ich zum ersten Mal Augen gehabt dafür, wie schön es dort eigentlich ist. Vorher habe ich das nie gesehen.“
Nach diesen Eindrücken machen wir uns wieder auf den Weg über zahlreiche spektakuläre Kehren und Kurven zurück ins Tal nach Menton, wo uns die CURVES mit einem Restauranttipp für typisch provenzalische Küche lockte. Leider kommen wir zu spät. Ein großes Zu-Vermieten-Schild im verlassenen Gasthaus vermiest uns den schönen Ausklang des Tages in den Bergen. Macht aber nichts, die gesparte Zeit investieren wir in einen kurzen Abstecher nach Monaco, wo wir den erlebnisreichen Tag Revue passieren lassen und bei einem Glas Rotwein die zahlreichen Fotos auf dem Notebook sichten.

 

Resümee: Auch wenn wir es anfangs nicht gedacht hätten, der kleine Franzose ist uns während der knapp 4000 km doch ans Herz gewachsen. Spritzig im Anzug, straff und direkt in den Serpentinen und komfortabel auf der Autobahn. Und das Ganze mit unter 6 Litern Verbrauch auf 100 km. Der Commodore hätte sich das Doppelte gegönnt. Aber über den Verbrauch spricht man ja bei Oldtimern bekanntlich nicht – man hat ihn.

 


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